Die Münchner Rush Hour

Aus meiner Kolumne für das Münchner Samstagsblatt:

Jeden Morgen das Gleiche. Ganz München ist zur gleichen Zeit unterwegs. Jeder ist im Stress, muss zur Arbeit oder in die Schule und dabei verstopfen Tausende Autos die Stadt und die Busse und Trambahnen quellen über.

Ich erlebe das jeden Tag. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in der Früh oft so megavoll, dass einfach kein Platz mehr zum Mitfahren vorhanden ist. Das ist für alle nicht nur unangenehm, sondern die Stimmung ist dann oft sehr angespannt. Das macht so niemandem Spaß.

Ich frage mich dann oft, ob man das nicht irgendwie verbessern kann.

Gerade zur Rush Hour wäre es doch schon mal eine Lösung, wenn mehr Busse, Tram und U-Bahnen fahren würden, also im 5-Minuten Takt. Ich finde es wichtig, dass der öffentliche Verkehr da attraktiver werden sollte, damit es auch für die Autofahrer mehr Anreiz gebe, nicht mit dem Auto zu fahren. In einen Gelenkbus passen zum Beispiel 130 Leute. Rein rechnerisch könnte also allein ein voll besetzter Bus bis zu 130 Autos weniger bedeuten. Klar ist das nur theoretisch, aber man sieht, dass es tatsächlich was bringen könnte.

Attraktiver und sicherer finde ich zum Beispiel aber auch die neuen U-Bahnen vom Typ C2, weil sie durchgängig sind, also keine einzelnen Waggons haben. Nach Auskunft der MVG wird in der Zukunft der Anteil der neuen U-Bahnen deutlich gesteigert, weil schon 21 U-Bahnzüge bestellt wurden und nach und nach von Siemens geliefert werden.

Aber man könnte die Rush Hour noch etwas anders entzerren, wenn man zum Beispiel nachdenkt, die Anfangszeiten der Schulen etwas zu verändern. Es muss doch nicht immer jede Schule um acht Uhr beginnen. Von der Grundschule übers Gymnasium bis hin zur Berufsschule könnte man doch jeweils andere Anfangszeiten einführen. Ich hätte als Schülerin kein Problem, ob jetzt die Schule um 8.00 oder 8.30 Uhr beginnt. Aber wenn es eine Möglichkeit wäre, den Rush Hour-Wahnsinn etwas zu entschärfen, wäre das doch auch eine kleine Alternative.

Ich glaube wir sollten in München alles zu versuchen, um die Autos in der Stadt zu reduzieren. Denn es würde die Stadt nicht nur sicherer machen, sondern auch etwas gesünder. Gerade Schüler, die mit dem Fahrrad durch die Rush Hour fahren müssen, haben es da oft nicht einfach und die Luft könnte auch etwas weniger Abgase vertragen.
Ich glaube schon, dass man die Rush Hour etwas in den Griff bekommen kann – wenn man will!

Livia Josephine

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