Mit Digitalministerin Dorothee Bär über Schule und Digitalisierung – Das sind die ersten Schritte dazu und so sehe ich das als Schülerin

Die Staatsministerin für Digitalisierung im Kanzleramt, Dorothee Bär ist in Berlin zuständig für den Ausbau der Digitalisierung in Deutschland und somit auch für die Digitalisierung unserer Schulen.

Aus diesem Grund wollte ich von Frau Bär wissen, was der neuste Stand dazu ist. Wie der Weg dazu aussieht und was ihre Ziele sind.

Für mich als Schülerin ist das eine wichtige Frage und ich sehe darin sehr viele Vorteile für uns Schüler. Deswegen war meine erste Frage auch wie sich Frau Bär die Digitalisierung der Schulen konkret vorstellt.

Staatsministerin für Digitalisierung Dorothee Bär CSU Foto: Tobias Koch

 

Wie sieht der Plan „Digitalisierung der Schulen“ aus und wie soll es umgesetzt werden?
Dorothee Bär: Das Thema Schule und Digitalisierung ist eines für sich und durchaus komplex. Zum einen ist es nicht immer einfach, von der Bundesebene aus in die Landespolitik einzuwirken, denn Bildung (und damit auch die Schulen) ist Ländersache.
Zum anderen gibt es noch immer sehr viele Meinungen darüber, wo die Digitalisierung eigentlich genau ihren Platz in der Schule finden soll.
Für das erste Problem haben wir in der Bundesregierung jetzt schonmal eine gute Lösung gefunden: Durch eine Änderung im Grundgesetz ist es nun möglich, Schulen entsprechend etwa beim Ausbau der Infrastruktur zu unterstützen.
Ganz konkret haben wir den sogenannten “Digitalpakt” geschaffen: Das bedeutet, dass wir zum einen bei der konkreten Ausstattung nachhelfen, also bei schnellem Internet, Smartboards und anderen Geräten. Das ist die Seite des Bundes. Und zum anderen müssen die Länder zugleich dafür sorgen, dass Lehrerinnen und Lehrer entsprechend aus- und weitergebildet werden. Außerdem müssen sie sicherstellen, dass die Geräte auch entsprechend gewartet werden. Das gemeinsame Ziel ist es, bis Ende 2018 ein von beiden Seiten – Bund und Länder – akzeptiertes und unterschriftsreifes Vertragswerk zu entwickeln.
Das zweite Problem ist eine noch größere Herausforderung: Wie und wo sollen Themen wie Medienkompetenz, Informationskompetenz, rechtliche Fragen um den Datenschutz und Informatik behandelt werden? Ich halte ein eigenes Fach “Digitalkompetenz” für eine sehr gute Lösung. Klar ist: Schule muss auch weiterhin auf das Leben vorbereiten – und wir leben in einer digitalen Gesellschaft.

 

Braucht es zur Umsetzung der Pläne nicht auch eine Reform des Bildungsföderalismus? Denn die Digitalisierung ist ja eine Bundesangelegenheit und Schule ja Ländersache?
Dorothee Bär: Da gebe ich dir in großen Teilen Recht. Wir müssen im ganzen Bereich der Digitalisierung schneller fitter werden und dazu gehört auch der Bereich Bildung. Ich fordere bereits seit über zehn Jahren ein Schulfach Medienkunde, das neben dem Bereich Umgang mit der Vielzahl von Medien natürlich auch die Chancen und neuen Techniken der Digitalisierung beinhalten sollte. Im Schulunterricht gilt aber genauso wie für alle Bundesministerien: Digitalisierung findet in allen Bereichen statt, sie muss also auch in jedem Schulfach stattfinden, in den Naturwissenschaften gehören die technischen Möglichkeiten von beispielsweise künstlicher Intelligenz oder Big Data auf den Stundenplan, in den Sprachen die veränderten Kommunikationsweisen und in Religion oder Ethik der gesamte Bereich ethischer Fragen, die sich durch die große Vielzahl an Möglichkeiten ergeben sei es in der Medizin oder beim automatisierten Fahren.

 

Ich habe ja schon oft über die Vorteile einer Zentralisierung des Bildungssystems in Deutschland geschrieben. Für mich als Jugendliche wird nämlich das jetzige System den heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Die weltweite Digitalisierung hat alles verändert nur in den Schulen ist das noch nicht angekommen, wenn ich da nur an die alten dicken Schulbücher denke. Wie denken Sie bzw. die Bundesregierung über das Thema und wo liegen auf der politischen Ebene die Probleme dazu?
Dorothee Bär: Für Bundeskanzlerin Merkel ist das Thema Bildung und Forschung schon in ihrer gesamten Kanzlerschaft zentral. Das erkennt man daran, dass der Etat des zuständigen Ministeriums stetig gewachsen ist. Trotzdem hakt es oftmals an schneller Umsetzung. Ich habe ja eben schon vom Digitalpakt gesprochen. Auch hier mussten viele Beteiligte an einen Tisch gebracht werden. Das ist ok, wir sind eine Demokratie, man muss sich immer Mehrheiten und Verbündete suchen. Und wir sind ein föderaler Staat, weil wir daran glauben, dass Lösungen für Herausforderungen immer möglichst nah an den Menschen und individuell gefunden werden müssen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass sehr viel an einer einzelnen Schule und oft auch an einem einzelnen Lehrer oder Lehrerin hängt. Ich würde mir daher deutlich mehr Vertrauen in die Fähigkeiten unserer Lehrerinnen und Lehrer wünschen. Woran wir sicherlich arbeiten müssen, ist zum einen an der Attraktivität der Berufs Lehrer, an der Ausstattung der Schulen und an der Ausbildung der Lehrer an den Universitäten.

 

Dazu gehört auch gleich das nächste Thema. Denn viele Jugendliche fühlen sich von der Politik nicht immer wahrgenommen. Das hat damit zu tun, dass die speziellen Jugendthemen eben wie eine Reform des Bildungsföderalismus oder das Wahlrecht ab 16 Jahren, keine große Beachtung in der Bundespolitik findet. Hat das damit zu tun, dass Jugendliche eben noch nicht wählen dürfen? Meine Generation will gehört werden und gerade mit diesen zwei Themen kann man viel erreichen. Finden sie nicht auch, dass es wichtig ist Jugendlichen zu zeigen, dass sie in der Politik ernst genommen werden?
Dorothee Bär: Absolut. Ich hätte da ganz viele Ideen. Ich vertrete schon seit geraumer Zeit das Ziel, dass Kinderrechte ins Grundgesetz gehören. Ich habe mich sehr gefreut, dass dies bereits im Koalitionsvertrag verankert ist. Die Stärkung der Kinderkommission ebenfalls. Auch beim Thema Wahlrecht sehe ich durchaus Möglichkeiten für Veränderungen, sei es ein Familienwahlrecht oder das von Dir genannte aktive Wahlrecht ab 16 Jahren für bestimmte Wahlen. Noch wichtiger finde ich aber Diskussionen in allen Bereichen des Lebens: zu Hause, in der Schule, in der Familie, im Freundeskreis. Nur so lernt man, dass man gemeinsame Ziele nur dann findet, wenn man sie gemeinsam mit möglichst vielen sucht.

Aus der Sicht von mir als Schülerin sehe ich das so:

Ich finde wichtig und richtig, dass die Bundesregierung ein eigenes Ministerium Digitalisierung hat sowie auch deren Aufgaben so definiert. Denn Digitalisierung heißt nicht nur immer mit den neusten Smartphones rumlaufen. Man muss die Technik und vor allem die Sprache verstehen.

Das heißt man muss wissen welche Verantwortung man damit hat und wer seine persönlichen Daten bekommt und wie man sich dagegen schützen kann. Genau wie die Abschaffung der veralteten und schweren Schulbücher. Ein Tablet wiegt durchschnittlich 500 Gramm und kann fast alle Schulbücher dieser Welt abspeichern. Dass ein leichterer Schulranzen, besonders was den gesundheitlichen Aspekt angeht kein Nachteil ist, muss man glaube ich nicht großartig erwähnen. Und mit den richtigen Programmen dazu, könnte man sich sein „eigenes“ Schulbuch quasi zusammenstellen, was wieder einen Vorteil im Zeit und Lernmanagement hätte.

Deshalb ist das meiner Meinung auch ein sehr guter erster Schritt in Richtung Digitalisierung unserer Schulen und ich hoffe sehr, dass dieser Schritt fürs Erste sehr schnell umgesetzt wird.

Livia Josephine

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