Meine Meinung über den 5-Punkte-Plan des Bundesumweltministeriums für weniger Plastik

Die Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat vor kurzem einen 5-Punkte-Plan mit Maßnahmen für weniger Plastik und mehr Recycling vorgelegt. Dieser Plan ist natürlich sehr ausführlich und blumig geschrieben. Deshalb habe ich ihn erst einmal kurz mit den wichtigsten Punkten zusammengefasst. Wer den ausführlichen Plan des BMU lesen will kann das auch sehr gerne HIER machen.

 

Die Bundesumweltministerin hat festgestellt, dass wir weltweit immer noch in einer Wegwerfgesellschaft leben. Sogar beim Menschen lassen sich schon Plastikspuren (Mikroplastik) nachweisen. Das Ziel für Frau Schulze ist: Raus aus der Wegwerfgesellschaft!

Allein in der EU entstehen nach Angaben der EU-Kommission jedes Jahr rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll, von denen weniger als 30 Prozent zur Wiederverwertung gesammelt werden.

 

Denn gerade meine Generation muss in der Zukunft leben die uns mit den jetzigen Entscheidungen hinterlassen wird

 

Ich versuche wirklich wenig Sarkasmus mit meiner Meinung zum Ausdruck zu bringen, aber das ist bei diesem sogenannten 5-Punkte-Plan echt nicht so einfach für mich. Also grundsätzlich finde ich es schon mal gut, dass überhaupt etwas in dieser Richtung passiert und der Plastikmüll auch endlich in der Bundesregierung thematisiert wird. Besonders wenn man bedenkt, welchen Stellenwert der Umweltschutz innerhalb der SPD hat.

 

Was noch positiv ist, dass doch schon im Jahr 2018 in der deutschen Regierung festgehalten wird, dass wir in einer Wegwerfgesellschaft leben.
Meinen ersten Artikel darüber habe ich übrigens schon im Dezember 2016 als 15-jährige geschrieben und darauf folgten noch viele weitere, von unserer Wegwerfgesellschaft bis hin zum Littering.

We are the world – Meine Gedanken über Klimawandel, Atomenergie und Umweltschutz

Meine Zusammenfassung des 5-Punkte-Plans:

 

1. Überflüssige Plastikverpackungen vermeiden
Verbot für Einweggeschirr (wie von der EU-Kommission bereits beschlossen): Strohhalme, Plastikgeschirr oder Wattestäbchen sollen bis 2019 auch in Deutschland verboten werden.
Hersteller sollen für Kosten von weggeworfenen Einwegprodukten aufkommen.
Förderung des Leitungswassertrinkens.
Mikroplastik in Kosmetik soll bis 2020 gestoppt werden.
Umfangreiches Forschungsprojekt zum Thema, welche ökologischen Folgen der Gebrauch von Einweg-Kaffeebecher hat.
Dialog mit dem Handel zur Vermeidung überflüssiger Verpackungen um eine freiwillige Selbstverpflichtung zuerreichen.

2. Verpackungen umweltfreundlicher gestalten
Finanzielle Anreize für ökologisches Design. So sollen sich umweltfreundliche Verpackungen und Produkte für die Hersteller lohnen.

3. Recycling stärken
Die Recyclingquoten für Kunststoffverpackungen sollen erhöht werden. Dazu will das Ministerium Gespräche mit Herstellern, Händlern und Recyclern starten.

4. Vermeidung von Kunststoffen in Bioabfällen
Die Bio-Tonne soll mehr beworben werden.
Durch Aufklärung soll Plastik im Kompost vermieden werden.

5. Internationaler Kampf gegen den Meeresmüll
Zehn Flüsse weltweit befördern rund 90 Prozent des Plastikmülls in die Weltmeere. Die angrenzenden Staaten sollen zur umweltfreundlicher Entsorgung des Plastikmülls dazu unterstützt werden. Insgesamt werden dafür 50 Millionen Euro für den Export von Technologien gegen die Vermüllung der Meere zur Verfügung gestellt.

 

Meine Meinung über den 5-Punkte-Plan:

Natürlich ist es wichtig, dass Plastikabfall in der Zukunft vermieden werden soll. Aber das hätte man doch auch schon vor sehr vielen Jahren machen können, als die ersten ökologischen Probleme anfingen! Ich habe schon im November 2017 auf die zehn Flusssysteme hingewiesen, die für die Verschmutzung der Weltmeere hauptverantwortlich sind. Auch dieses Problem ist nicht neu und ist schon seit langer Zeit bekannt.

Was mir besonders gut gefällt, ist die Aussage „Dialog mit dem Handel zur Vermeidung überflüssiger Verpackung“. Wie soll ich mir den Dialog vorstellen?

Schreibt die Bundesumweltministerin einen netten Brief an die Plastikindustrie mit den Worten: Liebe Plastikindustrie, bitte stellt doch in Zukunft weniger Plastikverpackungen her aber nur wenn es für Sie keine finanziellen Nachteile hat und keine Arbeitsplätze kostet?

Ich glaube ehrlich gesagt, dass man mit netten Worten die Industrie nicht motivieren kann auf überflüssige Plastikverpackungen zu verzichten. Also da glaube ich ja eher an den Weihnachtsmann.

Wozu wird eigentlich ein umfangreiches Forschungsprojekt gebraucht um festzustellen, welche ökologischen Folgen der Gebrauch von Einweg-Kaffeebecher hat?
Ich sage nur eines dazu. 2017 hat die Deutsche Umwelthilfe in Berlin festgestellt, dass geschätzt 170 Millionen Einwegbecher pro Jahr in Berlin konsumiert wird, was 460.000 Becher am Tag ausmachen würden. Und in Deutschland werden stündlich ca. 320.000 Coffee to go-Becher verbraucht das sind pro Jahr fast drei Milliarden Stück Einwegbecher und es dauert bis zu hundert Jahre bis ein Plastikbecher vollkommen zersetzt ist. Das Problem dabei ist, dass durch den Zersetzungsvorgang wieder Mikroplastik entsteht und in den ökologischen Kreislauf gelangt. Sorry, aber dazu brauche ich kein Forschungsprojekt. Man kann es auch ganz einfach ausdrücken. Diese überdimensionale Flut an Einwegbechern oder Plastikabfall allgemein, ist einfach Scheiße für unsere Umwelt!

 

Mein Fazit als Jugendliche:

Grundsätzlich finde ich es auch so, dass der Weg zu weniger Plastikmüll auf mehreren Säulen stehen muss, also von Recycling bis Vermeidung. Aber diesen Weg hätte man schon viel früher gehen müssen und der Plan setzt meiner Meinung nach zu wenig um. Ich glaube nicht, dass es ohne gesetzliche Regeln zur Herstellung von Plastik funktioniert. Es gibt schon so viele umweltfreundliche Alternativen zu Plastikverpackungen und Produkte. Ich denke da an Bioplastik aus Zuckerrohr, Styropor aus Pilzen oder Stroh zum Kühlversand (LINK). Nicht zu vergessen die vielen Alternativen vom Einweg-Kaffeebecher oder von einem Kaffeebecher Pfandsystem bis zum eigenen Becher aus natürlichem Material (LINK). Das alles gibt es schon. Also worauf warten wir?

Aber was auch richtig ist, dass sich in unseren aller Köpfen was ändern muss und ich glaube auch ändern wird.
Denn gerade meine Generation muss in der Zukunft leben die uns mit den jetzigen Entscheidungen hinterlassen wird.

Gedanken einer 15-Jährigen: Wegwerfgesellschaft 2.0

Livia Josephine

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