Die Spiegel Online Kolumne von Sascha Lobo „Digitalpakt – Kritik an der alten Vernunft“ aus meiner Sicht als Jugendliche

Als erstes kann ich es nur jedem empfehlen diesen Artikel auf Spiegel Online komplett zu lesen. Sascha Lobo hat das Thema Digitalpakt mit sehr spitzer Feder seziert und drückt mit seinem Finger genau auf die Wunde und zeigt somit offen und schonungslos die Gründe das Scheiterns der aktuellen Jugendpolitik. Er spricht somit allen Jugendlichen aus der Seele. Es ist genau das, was ich schon seit Jahren auf meinem Blog aufzeige, dass Jugendpolitik anders aussehen sollte. Wenn man Politik ernsthaft für die Zukunft der heutigen Jugend machen will. Und das ist auch die Frage. Will das die Politik aktuell überhaupt?

Auszug aus der Spiegel-Kolumne von Sascha Lobo:

Leider verliert die Jugend gerade

Es hat sich eine neue Variante der Scheinvernunft herausgebildet, ich möchte sie generationelle Vernunft oder Altvernunft nennen. Altvernunft entsteht, wenn man Zukunft ausschließlich nach den Kriterien der Vergangenheit bewertet. Viele aktuelle Streite, von Brexit über Bildung bis Klimapolitik, sind eigentlich Kämpfe zwischen Altvernunft und Jugendvernunft. Leider verliert die Jugend gerade…….

Man erkennt das Primat der Altvernunft besonders gut an der Diskussion über den Digitalpakt, denn es handelt sich um ein Bildungsthema. Bildungspolitik bedeutet per Definition, dass Alte über Leben und Werden der Jungen entscheiden……

Faktisch geschieht im Moment das Gegenteil, die Ministerpräsidenten der Länder haben den Digitalpakt abgelehnt oder präziser: die Lockerung des dafür notwendigen Kooperationsverbots abgelehnt, wodurch die Bundesregierung keine nationale Digitalstrategie der Bildung anwenden darf. Bildung ist ja Ländersache.

Man kann sich auch totföderalisieren

Für die Jugend ist der Digitalpakt eminent wichtig, obwohl er ohnehin mühsam geschnürt ist, finanziell halb- oder besser achtelherzig und 15 Jahre überfällig. Von fehlenden digital-pädagogischen Konzepten zu schweigen. Bereits jetzt ist mindestens eine Bildungsgeneration digital verloren und verarscht – und von Kretschmann über Söder bis Karliczek schafft es eine zusammen 9000 Jahre alte Politcrew bisher nicht, eine Einigung zu erreichen, die vorgeblich alle wollen…….

Was für ein politischer Altersnarzissmus, der jede Diskussion über die Zukunft der Jugend vergiftet, was für ein altersarrogantes Schauspiel, unabhängig davon, wie die Vermittlung ausgeht.

Meine Sicht als Schülerin und Jugendliche zu Sascha Lobos Kolumne: Digitalpakt – Kritik an der alten Vernunft

Ich möchte jetzt dazu ein paar Schlagwörter aus der Kolumne von Sascha Lobo herausgreifen und kommentieren:

Sascha Lobo „Man kann sich auch totföderalisieren“: Damit hat er absolut recht.Föderalismus ist natürlich wichtig für die Demokratie. Daran gibt es ja auch keine Zweifel. Aber man kann es auch übertreiben. In der heutigen digitalen Welt laufen die Dinge nun etwas anders als vor 50 Jahren. In der Bildungspolitik ist der Föderalismus veraltet. Wir Schüler brauchen eine einheitliche Bildung mit modernsten Mittel und zwar fächerübergreifend.

Sascha Lobo „Bildung bis Klimapolitik, sind eigentlich Kämpfe zwischen Altvernunft und Jugendvernunft“: So sieht es leider momentan aus. Die Kluft zwischen den Beurteilungen der Themen können leider gar nicht größer sein. Die aktuelle Politik hat nur die Gegenwart im Blick. Wir Jugendliche dagegen sehen unsere Zukunft in Gefahr. Das Schlimme daran ist, dass es in der Politik niemanden interessiert. Selbst jüngere Politiker der Regierungsparteien schwimmen in diesem Fahrwasser gemütlich mit. Wo bleibt das große Aufschreien der Jungen Union oder Jusos zu dem Thema Digitalpakt, Klimaerwärmung oder dem Dieselskandal? Somit ist es eben folgerichtig was Sascha Lobo dazu schreibt – Die Jugend verliert gerade!

Sascha Lobo „Was für ein politischer Altersnarzissmus, der jede Diskussion über die Zukunft der Jugend vergiftet…..“: So wirkt es auch für uns Jugendliche. Die alte Generation hat immer Recht. Wir Jugendliche werden von der Politik nicht ernst genommen. Das wirkt so und es tut gut, dass es von einem außenstehenden so auch mal bestätigt wird. Auch hier stellt sich für mich die Frage – Warum ist das so? Die Lobby von uns Jugendlichen ist halt viel kleiner als die Lobby der Industrie. Wir bringen halt kein Geld ein – wir kosten nur Geld. Aber wir sind die Zukunft. Wenn das die Intension der Politik gegenüber uns Jugendlichen ist, dann läuft was gewaltig schief. Es geht nur darum, dass man uns und unsere Zukunftsängste, wie den Klimawandel ernst nimmt. Und die Schüler-Freitags Demos zeigen das gerade auch ganz gut. So verwundert mich das natürlich nicht, dass das Wahlrecht auf Bundesebene vermutlich nie auf 16 Jahren gesenkt wird. Aber trotzdem wird jeder Jugendliche mal wählen dürfen und dann wird man sehr genau sehen, welche Folgen das mit sich bringen wird.

Deshalb danke an Sascha Lobo und dem Spiegel für die diesen außergewöhnlichen guten Artikel!

Livia Josephine

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