Disqualifikation: So sehe ich den „Tweet-Angriff“ von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak an der 16-jährigen Greta Thunberg

Der CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat in einem Tweet vom 9.Februar die 16-jährige Umweltaktivistin Greta Thunberg so angegriffen, dass ich darüber schreiben muss.

Denn als erwachsener Politiker in einer führenden Position einer Partei, steht es ihm nicht zu, eine Jugendliche die sich einfach nur für den Klimaschutz einsetzt, zu beleidigen. Greta Thunberg kritisiert den späten Kohleausstieg bei uns in Deutschland. Und sie hat doch recht! Außer man ignoriert den Klimawandel oder die Ängste von uns Jugendlichen, dann machen Gretas Worte natürlich keinen Sinn.

Seit einigen Monaten setzt sich Greta Thunberg aus Schweden jeden Freitag für mehr Klimaschutz ein und ist daher nicht nur für „Fridays for Future“ ein Vorbild. Tausende Schüler aus ganz Deutschland sind durch Greta motiviert und kämpfen gemeinsam für mehr Klimaschutz. Und das hat auch einen Grund.

Denn wie die Freitags-Demos beweisen, macht die Klimaerwärmung sehr vielem Jugendlichen erhebliche Zukunftsängste.

Nimmt die CDU die Zukunftsängste von uns Jugendlichen nicht ernst?

Dass nun ein CDU-Generalsekretär eine Jugendliche die sich um ihre Zukunft große Sorgen macht auf diese Weise beleidigt, ist für mich nicht nur abstoßend, sondern auch enttäuschend.

Es muss Herrn Ziemiak bewusst sein, dass er damit jedem Jugendlichen zeigt, dass die CDU die Ängste der Jugendlichen nicht ernst nimmt.

Hier der Tweet von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak:

So hat sich für mich die CDU als Anti-Klimaschutzpartei geoutet. Die CDU ist einfach zu konservativ. Das ist mir auch schon im August 2018 bei der Äußerung von der damaligen CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Diskussion über die allgemeine Dienstpflicht für Jugendliche aufgefallen. Darüber habe ich damals auch in meiner RTL Jugend-Kolumne geschrieben.

Es ist einfach, Jugendliche zu kritisieren, wenn sie sich für eine echte Klimaschutzpolitik einsetzen. Eine Regierung arbeitet doch eigentlich nicht für eine Lobby, sondern für die Bürger. Und dazu gehören nun mal auch wir Jugendliche.

So wundert es mich auch nicht, dass diese Regierungsparteien ein Wahlrecht ab 16 Jahren niemals einführen werden.

Hauptsache wir haben noch genug Geld für den Berliner Flughafen

Es ist einfach zu sagen, dass der Klimaschutz Arbeitsplätze kostet. Und weil es Arbeitsplätze kostet, wird der Klimaschutz erst einmal nach hinten geschoben, wie man es beim späten Kohleausstieg auch sehen kann.

Wer sagt eigentlich, dass der Klimaschutz nicht auch Arbeitsplätze schaffen kann?

Und wer behauptet, dass der Staat diesen Menschen, die dadurch ihre Arbeitsplätze verlieren nicht helfen kann?

Richtig das kostet ja Geld, das eines der reichsten Länder auf dieser Welt anscheinend nicht hat. Sorry, aber für was wird das ganze Geld bei uns in Deutschland von der Regierung eigentlich alles ausgegeben?

Hauptsache wir haben noch genug Geld für den Berliner Flughafen übrig. Das soll nicht witzig sein, es ist nur traurig!

Und noch was. Es ist nicht die Aufgabe der 16-jährigen Greta Thunberg oder irgendeinem anderen Jugendlichen für Arbeitsplätze zu sorgen, sondern das ist IHRE. Also nicht immer nur labern, sondern Handeln.

Paul Ziemiak war übrigens bis Dezember 2018 mit über 30 Jahren Bundesvorsitzender der Jungen Union. Was für mich immer schon unverständlich war, dass ein über 30jähriger Vorsitzender einer Jugendorganisation einer Partei sein kann. Das hat für mich als Jugendliche nichts mit „Jung“ zu tun aber das zieht sich ja wie ein roter Faden durch alle konservativen Parteien.

Danke an Paul Ziemiak. So wissen wir Jugendliche zumindest, was wir von der CDU erwarten können

Klausur des CDU-Bundesvorstandes am 13.01.19 in Potsdam im Kongresshotel Potsdam am Templiner See. / Foto: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Trotzdem möchte ich den CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak für diese Entgleisung danken, denn so wird nur wieder deutlich, dass die CDU so für Jugendliche keine Alternative ist. Denn wie Herr Ziemiak schon in seinem Tweet geschrieben hat, ist das Wort „Ideologie“ in konservativen Ohren anscheinend ein Schimpfwort.

Livia Josephine

Ein Kommentar

  1. Danke für diese sehr reflektierte Meinung.
    Ich hoffe, die FridaysForFuture Jugendlichen reißen irgendwann einmal die Macht an sich und verlieren ihre Ideale dabei nicht.

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