Sido – Ein Deutschrap-Songtext der qualitativ Vorbild sein sollte in einer Zeit in der Skandaltexte eine Normalität darstellen

PHOTO CREDIT: Murat Aslan

Der Text des Songs „Leben vor dem Tod“ von Sido und Monchi (Feine Sahne Fischfilet) halte ich für eine neue Stufe des Deutschraps!

Diese intelligente Art von Texten empfinde ich als wichtig besonders für das Image des Deutschraps. Ich mag den Deutschrap grundsätzlich sehr gerne und ärgere mich immer wieder über die frauenfeindlichen, rassistischen oder drogenverherrlichenden Texte mancher Rapper.

Deshalb hoffe ich, dass diese Rapper einen Text wie „Leben vor dem Tod“ als Vorbild nehmen um endlich einen qualitativen Schritt nach vorne zu gehen und den Deutschrap auf eine höhere Stufe zu hieven, denn da sollte meiner Meinung nach das Genre auch hin, weil der Deutschrap einfach einen zu großen Einfluss in meiner Generation hat.

Ok, musikalisch ist der Song für mich jetzt nicht die kreative Krönung, aber hier gehte es um den Text und um seine Aussage. Deshalb möchte ich den Text hier einfach mal vorstellen:

Text: „Leben vor dem Tod“

Dieselben müden Fratzen jeden Morgen in der Bahn
Die  gleichen grauen Tage, schön ordentlich geplant
Der  Bagel ist okay, der Kaffee schmeckt nach Fuß
Aber bitte schön freundlich, „Na, wie geht’s?“, „Danke, gut!“
Alle stehen immer vierundzwanzig sieben unter Strom
Und  sind glücklich über fünf Minuten Frieden auf’m Klo
Ist  doch alles installiert, bilanziert, finanziert, illustriert
Kleinkariert, Briefpapier DIN A4.

Und  auf einmal fällt dir auf, alles dreht sich im Kreis
Du fragst dich, „Hab‘ ich schon alles gesehen und erreicht?“
Irgendwann ist es zu spät und dann fehlt dir die Zeit
Denn der Zeiger bleibt nicht stehen, alles geht mal vorbei, lass uns leben, Dicka.

Lass  uns leben vor dem Tod
So richtig übertreiben
Lass uns leben vor dem Tod
Wir ha’m doch nur das eine
Warum sollen wir da hoch
Wenn hier das Paradies ist?
Komm, genieß‘ es!
Diese Leben vor dem Tod.

Weißt du noch, Dicka, als wir jung waren, war noch alles witzig
Aber nur einmal nicht geguckt, dann biste alt
Ich mein‘, das Leben ist nicht immer falsch und richtig
Aber gar nicht leben ist so richtig falsch, verstehste?
Der eine geht heut‘ Mittag schon nach Hause
Der andere bucht den ersten Flieger Richtung Meer
Denn das Herz sagt dem Kopf, „Halt die Schnauze!“
Mach das Handy aus und flieg mir hinterher!“

Weil du dann auf einmal merkst, alles dreht sich im Kreis
Du fragst dich, „Hab‘ ich schon alles gesehen und erreicht?“
Irgendwann ist es zu spät und dann fehlt dir die Zeit
Denn der Zeiger bleibt nich‘ stehen, alles geht mal vorbei, lass uns leben, Dicka.

Lass  uns leben vor dem Tod
So richtig übertreiben
Lass uns leben vor dem Tod
Wir ha’m doch nur das eine
Warum sollen wir da hoch
Wenn hier das Paradies ist?
Komm, genieß‘ es!
Diese Leben vor dem Tod.

Songwriter: Paul Würdig (Sido) / Simon Müller-Lerch / Jan Gorkow (Monchi)

Livia Josephine

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