Streik an einer Münchner FOS: „Wir hätten uns mehr Unterstützung erhofft!“

An der Rainer-Werner-Fassbinder Fachoberschule war vor kurzem ein einwöchiger Unterrichts-Streik wegen der Ungerechtigkeit zwischen den Gymnasien und den Fachoberschulen vom 15.02.21-19.02.21 geplant.

Durch die Coronamaßnahmen hatten Schüler und Schülerinnen in München größtenteils Online-Unterricht oder auch jetzt noch einen Wechselunterricht, das heißt ein Wechsel zwischen einem Distanzunterricht und dem normalen Präsenzunterricht. Dies sehe nicht nur ich als unvorteilhafter Unterricht und als schlechte Bedingung, sich für das bevorstehende Abitur vorzubereiten, sondern auch die Schüler und Schülerinnen der Rainer-Werner-Fassbinder Fachoberschule.

Auf den Gymnasien gibt es Erleichterungen in Form von weniger Leistungsnachweisen für die Abiturienten, wohingegen dies für die Schüler der FOS oder BOS nicht gilt. Ich persönlich gehe auch auf eine Fachoberschule und kann somit die Unruhen nachvollziehen. Durch den Online-Unterricht fielen an der FOS Leistungsnachweise weg und müssen somit jetzt aufgeholt werden.

Den Streik hat eine große Gruppe von Mitschüler und Mitschülerinnen selber organisiert, mit dabei auch Maja Hellmiss (20), die in der Organisationsgruppe des Streiks mitgeholfen hat. Sie wurden inspiriert von Schulen aus Augsburg und Nürnberg, die auch schon gestreikt haben, da sie sich unfair von der Politik behandelt gefühlt haben. Viel positives Feedback gab es auch von den Lehrern, obwohl die Schulleitung natürlich nicht begeistert war, was man aber verstehen kann.

Bis jetzt hat sich die Politik wenig dazu geäußert. Die Stadtratsfraktion „DIE LINKE/ Die Partei“ und „Linksjugend ’solid München“ reagierte in Form einer „Fake-Entschuldigung“, welche die Kommunalpolitiker unterschrieben haben. Dies sollte zur Unterstützung für die Schüler dienen. Das Kultusministerium hat sich im Nachhinein an die Streikenden per E-Mail gewandt. Sie haben den Streikgrund aufgegriffen und widerlegt, da sie sehr wohl eine Gleichberechtigung im Abiturjahrgang sehen. Mit der Begründung, dass man das Gymnasium nicht mit einer FOS vergleichen könne. Hier unterscheiden sich die Meinungen zwischen der Politik und den Schülern/innen der FOS vehement.

Nach dem Streik hat sich bis jetzt nicht wirklich viel geändert, aber dennoch soll man die Hoffnung nicht aufgeben, denn auch andere Schulen sehen die Rainer-Werner-Fassbinder FOS als Vorbild  und sind auch schon mitten in der Organisation eines Streikes. Das Ziel für die Fachoberschule ist nun eine eigene Arbeitsgruppe, die das Thema Streik behandeln soll.

Auch wenn die Streikenden sich mehr Unterstützung erhofft hätten, sind sie stolz auf ihren Weg, eine demokratische Möglichkeit genutzt zu haben, bei dem jeder mitmachen und sich selbst einbringen kann.

Livia Josephine Kerp

Und als nächstes stellt sich dich Frage: Ist ein Corona Schulabschluss ein Nachteil oder doch ein Vorteil für die weitere Zukunft? Mehr demnächst!

Livia Josephine

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