Das große Interview mit Star-Cartoonist Ralph Ruthe: Ich sehe es als Plicht, mich zu positionieren

´Grundsätzlich ist es mir am wichtigsten die Leute zum Lachen zu bringen!´

Ralph Ruthe

Seine Tapete.

Er versteht echt viel Spaß! 😉

Ralph Ruthe ist nicht nur Cartoonist, sondern auch Autor, Podcaster, YouTuber, Musiker und Filmemacher.

Wahrscheinlich habe ich noch was vergessen aber für mich ist er vor allem ein genialer Cartoonist, der mit seinem Humor auf sehr witzige Weise die Probleme der Politik aufdeckt.

Obwohl er sich selbst nicht als politischer Cartoonist sieht, sondern einfach nur als Künstler, der die Menschen zum Lachen bringen will.

Ralph Ruthe auf Facebook. 1,2 Mio. Abonnenten finden das gut! 😉

Aber da das Leben immer politisch ist, bleibt es natürlich auch nicht aus, dass Ralph auch politische Themen bearbeitet. Was für mich als politische Bloggerin und Autorin natürlich eine super Sache ist. Er positioniert sich besonders für politische Themen ein, die für meine Generation sehr wichtig sind.

Wie zum Beispiel die Themen Umweltschutz, Klimaschutz, Tierschutz oder „Rechter“ Populismus und die Problematik mit Fakenews.

Viele Themen sind total wichtig. Daher wollte ich von Ralph Ruthe wissen, welches politische Thema für ihn aber am wichtigsten ist. Und da gibt es für ihn keine zwei Meinungen. Ralph Ruthe: Für mich ist auf alle Fälle der Klimaschutz das wichtigste politische Thema. Es macht mich wütend, wie das Thema in der Politik ignoriert wird. Ich hoffe, dass die zukünftige Regierung einen neuen Weg zum Schutz unseres Klimas geht.  

Aber wie fing es mit Ralph Ruthe an: Als Cartoonist habe ich den Anspruch innerhalb von einem Bild, so komprimiert wie möglich, eine Situation zu erschaffen, die Menschen zum Lachen bringt. Als junger Mensch hatte ich damals nicht die Möglichkeit, wie deine Generation, zum Beispiel mit kleinen Filmchen sich kreativ auszuleben. Damals blieb für mich einfach nur das Zeichnen, meine Sketch-Ideen umzusetzen. Das war mein Ursprung als Cartoonist. Im Laufe der Zeit durchläuft man natürlich eine Entwicklung. Wenn man als Künstler einen Song veröffentlicht, ein Buch schreibt oder ein Cartoon zeichnet, dann löst man bei den Menschen etwas aus. Das kann Lob oder Kritik sein. Und diese Kommunikation mit den Fans haben mir gezeigt, was den Leser interessiert. Und so entwickelten sich meine Bilder aus reinen Witzbildern zu gesellschaftlichen und politischen Statements. Aber grundsätzlich ist es mir am wichtigsten die Leute zum Lachen zu bringen.

Kritik ist ein gutes Stichwort. In meiner Generation ist im Netz das sogenannte „Hate Speech“ ein großes Problem. Wie gehst du mit Kritik um, die unter die Gürtellinie geht? Ralph Ruthe: Ich bekomme natürlich auch negative und unsachliche Kritiken. Jetzt habe ich das Glück, dass ich durch die Bestätigung von meinen extrem vielen Fans ein gewisses Selbstbewusstsein aufgebaut habe, dass es mir nicht zu nahe geht. Ich merke aber auch, dass ich als alter weißer Mann im Netz weniger im Fokus von Hass stehe wie junge Frauen oder farbige Menschen. Es ist einfach etwas anderes, wenn du als Frau Kanzlerin werden willst, da ist man leider ganz anderen Situationen ausgesetzt. Deshalb verstehe ich nicht, dass nicht bereits im Unterricht in der Schule das Thema mehr behandelt wird. Meiner Erfahrung nach, geht es bei „Hate Speech“ ganz selten um dich persönlich, sondern hier geht es einfach nur darum, dass diese Menschen dich zumüllen wollen mit ihrem Hass.

Siehst du dich als politischen Künstler? Ralph Ruthe: Nein, mir geht es wirklich nur darum Menschen zum Lachen zu bringen. Ich bin ein Unterhalter. Ich bin aber auch ein Mensch und habe eine Position zu Dingen. Und spätestens seit 2015 mit der großen Flüchtlingsbewegung hat man gemerkt, dass sich langsam etwas in der Stimmung im Land ändert. Deshalb sah ich es als meine Pflicht, als Mensch in der Öffentlichkeit mich zu positionieren. Man darf nicht vergessen, die Menschen die nur Hass und Häme ausschütten sind nicht die Mehrheit. Sie sind nur lauter. Ich fühle mich gut dabei, mich zu positionieren. Es gibt viele Künstler, die das auch machen, aber ich wünschte, dass es besonders mehr Profisportler gäbe sich öffentlich zu positionieren. Weil ich gemerkt habe, es bringt was.

Ralph Ruthe: Dass ich jetzt zusammen mit Sally Lisa Starken den politischen Podcast “Allgemein gebildet” mache, liegt hauptsächlich an Sally. Sie kann super motivieren. Unser Podcast ist so etwas wie die „Sendung mit der Maus“ für Politik und ich wünschte ich hätte mehr Zeit für unser Projekt.

Das Interview habe ich mit Ralph Ruthe über Zoom geführt. Livia Kerp

Livia Josephine

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