Der Zukunftsplan – Mit Klimaforscher Prof. Mojib Latif über die Transformation der Energiegewinnung. Wäre der 100-prozentige Umstieg auf erneuerbare Energien schon früher möglich gewesen?

Die Abhängigkeit von Erdgas für die Gewinnung von Wärme ist in den vergangenen Wochen oft kritisiert worden. Hätte es Alternativen geben können? Wurde vielleicht grundsätzlich in den letzten 10 Jahren zu wenig für die Transformation der Energieerzeugung Richtung erneuerbare Energien gemacht?

Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif sieht den Ausbau von Strom aus erneuerbaren Energien auf einem guten Weg. Allerdings umfasst der Energiesektor nicht nur Strom, sondern auch Wärme und Verkehr. Und hier spielen die erneuerbaren Energien eine noch viel zu kleine Rolle. So gesehen hat man in der Vergangenheit leider einiges versäumt.

Doch selbst wenn Deutschland schon vor 10 Jahren die Energiegewinnung durch erneuerbare Energien in Vollgeschwindigkeit ausgebaut hätte, wäre ein 100-prozentiger Umstieg auf erneuerbare Energien, bis zu diesem Zeitpunkt trotzdem nicht möglich gewesen, so Prof. Dr. Mojib Latif.

Der Plan der Bundesregierung  ist bis spätestens 2035 die komplette Stromversorgung auf 100 Prozent erneuerbarer Energien umzustellen. Und bis 2045 soll das gesamte Energiesystem wie Strom, Wärme und Verkehr auf 100 Prozent erneuerbare Energie umgestellt werden.

So gesehen, hätten wir die heutige Abhängigkeit der Wärmeerzeugung durch Erdgas grundsätzlich nicht verhindern können. Was die Sache jetzt nicht besser macht, denn grundsätzlich muss man sagen, dass Gas (genau wie Öl oder Kohle) fossile Brennstoffe sind und daher so schnell wie möglich ersetzt werden müssen. Nicht nur wegen dem Ausstoß von klimaschädlichen Stoffen durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen.

Denn nach Prof. Dr. Mojib Latif ist die langfristig billigste Art der Energieerzeugung die über die erneuerbaren Energien. Wichtig wäre vor allem , dass die Subventionen für die konventionellen Energien abgeschafft werden. Um so die erneuerbaren Energien günstiger und noch attraktiver für die Verbraucher zu machen.

Somit kann man also sagen, dass die Energiegewinnung von erneuerbaren Energien nicht nur im klimaschutztechnischen Sinn, sondern auch im sozialen Sektor nur Vorteile haben. Und das sollte man meiner Meinung nach, viel offener kommunizieren und herausstellen.

Unter erneuerbare Energien versteht man die Gewinnung von Energie durch Wind, Sonne, Wasser aber auch durch Geothermie.

Natürlich gibt es bei der Verwendung von erneuerbaren Energien immer wieder den Kritikpunkt, dass wir in Deutschland nicht immer sonniges Wetter haben. Oder dass es nicht immer windig ist. Das ist auch richtig. Bis zum Jahr 2045 soll, nach dem Plan der Bundesregierung die benötigte Energie aus 100 Prozent erneuerbarer Energie produziert werden. Nach Angaben des Umweltbundesamts besteht die Szenerie bis 2045 darin , dass überschüssiger Strom  jeweils als Wasserstoff oder Methan gespeichert werden soll und bei Bedarf – Flaute oder Dunkelheit – in Gas- und Dampfturbinenkraftwerken wieder zu Strom gewandelt und in das Energienetz eingespeist werden soll.

Für mich ist das zwar alles sehr viel technisches Gedöns, aber ich muss es ja nicht bauen. Trotzdem ist eines leider klar. Wir haben nicht besonders viele Wahlmöglichkeiten, um die Klimaerwärmung in der Zukunft, zumindest noch einigermaßen in den Griff zu bekommen. Natürlich vorausgesetzt, dass dieser Plan von der Politik tatsächlich so umgesetzt wird und sich wie erhofft, positiv auf unser Klima auswirkt.  

Dann hört sich das für mich, für einen guten Zukunftsplan an. Warum? Weil wir keinen anderen haben!

Livia Josephine

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