Mit Peter Maffay über die Schieflage der deutschen Umwelt- und Jugendpolitik und warum wir gemeinsam darauf aufmerksam machen

Ich glaube Peter Maffay muss ich nicht großartig vorstellen. Es gibt nicht viele die seine Musik nicht kennen. Kein Musiker hatte mehr Nummer 1 Alben in den Charts als Peter Maffay und besonders durch sein Rockmärchen Tabaluga ist er bei Jugendlichen sehr beliebt, da wir ja alle damit aufgewachsen sind.

Was mir als Jugendliche besonders gut gefällt ist, dass er seine Popularität auch nutzt und sich kritisch mit der Politik auseinandersetzt

Das ist nicht selbstverständlich und gerade auch seine Kritik zur geplanten Rodung des Hambacher Forsts hat mich beeindruckt. Denn damit hat Peter Maffay auch bei uns Jugendlichen ins Schwarze getroffen. Ich sehe das genau wie Peter Maffay, dass sich die Politik unglaubwürdig macht, wenn auf einer Seite die Energiewende eingeleitet wird und auf der anderen Seite mit Gewalt der Kohleabbau gefördert wird.

Foto: Peter Maffay; Credit by C.Back

Der Klimawandel ist Fakt und das wird auch von allen führenden Klimaforschern so bestätigt. Dass man in so einer Zeit überhaupt gegen eine Rodung des Hambacher Forstes kämpfen muss zeigt doch, dass irgendwas nicht stimmt. Wo sehen Sie momentan das größte Problem in der Politik dazu?
Peter Maffay: Das Problem liegt in der fehlenden Konsequenz. Auf der einen Seite propagiert die Politik die Reduzierung des Schadstoffausstoßes, bringt die Umweltplakette für Pkw heraus, erlaubt manchem Besitzer eines alten Autos nicht mehr, in die Innenstädte zu fahren und lobt Prämien für diejenigen aus, die alte Diesel-Fahrzeuge zurückgeben, um einen Neuwagen zu kaufen. Auf der anderen Seite genehmigt die Politik das Abholzen alter Bäume zu Verstromung von Braunkohle, obwohl jeder weiß, dass Braunkohlekraftwerke wahre Dreckschleudern sind. Das kann kein Mensch mehr nachvollziehen.

 

Für mich werden die Themen Klima- und Umweltschutz derzeit in der Politik, besonders in der Regierungspolitik stark vernachlässigt. Umweltschutzpolitik ist auch Zukunftspolitik und somit auch Jugendpolitik, weil wir Jugendliche die Zukunft sind. Deshalb sehe ich mich auch in der Pflicht, immer wieder darauf hinzuweisen. Aber was könnten wir noch machen um der Politik zu zeigen, nicht nur über den Klima- und Umweltschutz zu reden sondern endlich auch zu handeln?
Peter Maffay: In der Demokratie führt der Weg über Information, Argumente, Veranstaltungen, Demonstrationen und natürlich über das Wahlrecht. Das sind die Mittel, um eine Wende herbeizuführen.

 

Seitdem die AfD im Bundestag sitzt, dreht sich doch die komplette politische Diskussion nur noch um das Thema Einwanderungspolitik. Man bekommt das Gefühl, dass andere Themen fast keine Bedeutung mehr haben. Sieht die Politik die Sorgen ihrer Bürger nicht mehr und sind die Erfolge für die AfD die Quittung dafür? Peter Maffay: Mein persönlicher Eindruck ist, dass viele aus Wut, Protest und Frust die AfD gewählt haben. Sie wollen die Politiker abstrafen, die ihre Glaubwürdigkeit verspielt haben, die sich in innerparteiliche Kämpfe verstricken oder sich den Herausforderungen der Zeit nicht stellen. Man darf die AfD-Anhänger nicht über einen Kamm scheren. Nicht jeder, der AfD wählt ist rechtsradikal. Manche natürlich schon. Das macht die Auseinandersetzung mit dieser Partei und ihren Anhängern so schwierig.

 

Wenn Sie morgen die Zeitung lesen, welche Schlagzeile würde Ihnen am meisten Freude machen und warum? Peter Maffay: Alles wird gut!
Der überwiegende Teil der Bevölkerung sehnt sich nach Stabilität, sozialer Gerechtigkeit und Sicherheit. Es wäre schön, wenn wir den Menschen mehr Zuversicht geben könnten, aber nicht mit leeren Phrasen, sondern mit guter, vorausschauender und konsequenter Politik, die sich ausschließlich am Gemeinwohl orientiert.

Für mich als Jugendliche ist einfach wichtig zu zeigen, wie meine Generation die politische Situation sieht und wo die eine oder andere Schieflage aus unserer Sicht dazu ist. Deshalb freut es mich auch umso mehr, dass ich dazu auch prominente Unterstützung bekomme, wie von Peter Maffay.

Ich glaube gerade durch die Digitalisierung hat sich nicht nur Vieles in der Welt verändert sondern auch besonders das Leben von uns Jugendlichen. Ich bezeichne meine Generation ja gerne als die „Generation-Smartphone“ was ich aber als sehr positiv sehe. Denn dadurch sind wir Jugendliche wesentlich politischer, alleine schon durch die einfache Beschaffung von Informationen.
Und das glaube ich, wird in der Politik unterschätzt. Wir junge Menschen haben viel an Information und können uns dadurch schneller eine eigene politische Meinung bilden. Was dann auch dazu führt, dass wir kritischer beobachten.

Somit kann ich mich nur den Worten von Peter Maffay anschließen. Für die Zukunft wäre eine Politik, ohne leere Phrasen wichtig! Eine Politik die sich ausschließlich am Gemeinwohl orientiert!

Denn ich will als Jugendliche mal in einer gesunden und friedlichen Zukunft leben!

Livia Josephine

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