Mit Jamila Schäfer (stellv. Bundesvorsitzende der Grünen) über die Verantwortung der Politik die Umwelt und das Klima zu schützen, besonders für die junge Generation

Für mich als junge Bloggerin ist es natürlich besonders interessant wie die Führung der Grünen über Themen denkt, die für mich als politisch interessierte Jugendliche wichtig sind. Besonders zu den Themen wie das „Plastikmüllproblem in den Weltmeeren“ und den „Klimawandel“.

Und wenn ich mir die letzten U-18 Wahlen ansieht, dann ist es für mich auch keine große Überraschung, dass ihre Partei immer erfolgreicher wird.

Deshalb ist die U-18 Wahl für Jugendliche aber auch für die Parteien so wichtig!

 

Daher freut es mich auch, dass ich JAMILA SCHÄFER, stellvertretende Bundesvorsitzende der GRÜNEN dazu befragen konnte.

Der Plastikmüll und politische Leitplanken

Über das Problem „Plastikabfall“ und den „Plastikmüllinseln“ in den Meeren habe ich ja schon öfter geschrieben. Deshalb auch meine erste Frage wie die Grünen dazu stehen. Ist es denn nicht besser einfach alle Kunststoffprodukte wie Coffee-to-go Becher oder alle anderen Take-away-Essensverpackungen einfach zu verbieten?
JAMILA SCHÄFER: Wegwerfplastik vermüllt unseren Planeten. Das schadet dem Ökosystem und damit auch der Gesundheit von Tieren und uns Menschen. Wenn wir so weiter machen wie jetzt, schwimmen bald mehr Plastikflaschen als Fische im Meer. Deshalb müssen wir radikal umsteuern. Bestimmte Sorten von Wegwerfplastik, wie Plastikbesteck oder Kaffee-Umrührstäbchen können wir in der EU sofort verbieten. Wir Grüne wollen außerdem EU-weit ein gemeinsames europäisches Pfandsystem und eine Plastiksteuer einführen und damit Anreize schaffen, den Plastikverbrauch zu verringern. Schon bis 2030 wollen wir so den Verpackungsabfall um mindestens 50% reduzieren und die Recyclingquoten für Plastik erhöhen, sodass in der EU alle neu in den Verkehr gebrachten Kunststoffprodukte wiederverwertbar oder komplett abbaubar sein müssen.

Viele Politiker schieben das Problem „Plastikmüll“ den Verbrauchern zu. Und fordern vom Verbraucher einfach weniger Plastikverpackungen zu kaufen. Wird so nicht versucht aus einem politischen Problem ein gesellschaftliches Problem zu machen?
JAMILA SCHÄFER: Wer das Plastik-Problem wirklich anpacken will, muss sich trauen, politische Leitplanken zu setzen und kann die Verantwortung für das Gemeinwohl nicht einfach den Verbraucherinnen und Verbrauchern in die Schuhe schieben. Wir haben ja gesehen, wohin diese Politikverweigerung führt: der Schutz unserer Lebensgrundlagen kommt meist viel zu kurz. Aber das können wir uns nicht mehr leisten.

 

Der Klimawandel und die Verantwortung

Verantwortung ist ein gutes Stichwort. Nicht nur Donald Trump, sondern auch FDP Politiker wie Herr Kubicki (Aussage in Sendung „Maybrit Illner„) zweifeln an der die Schuld des Menschen an dem Klimawandel. Und das obwohl alle führenden Klimawissenschaftler (wie Klimaforscher Prof. Mojib Latif) sich da einig sind, dass der Klimawandel von uns Menschen verursacht wird. Warum gibt es immer noch Politiker die das anzweifeln und sich so wenig Gedanken um eine gesunde Zukunft von uns Jugendlichen machen?
JAMILA SCHÄFER: Ich vermute, dass manche Politikerinnen und Politiker ungern über den Klimawandel sprechen, weil sie glauben, dass sie sich damit unbeliebt machen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Natürlich ist es nicht unbedingt eine spaßige Angelegenheit, über die Folgen der Klimakrise nachzudenken. Dabei könnten wir viel mehr erreichen, wenn wir rechtzeitig und vor allem ehrlich im Sinne des Klimaschutzes handeln würden. Je länger wir damit warten, desto unangenehmer wird es natürlich am Ende für alle Beteiligten – insbesondere für uns junge Leute, die die Folgen der Fehler, die heute gemacht werden, noch viel länger ausbaden müssen, als ein Donald Trump oder ein Wolfgang Kubicki. Wenn wir wirklich Verantwortung für diese Welt und die Zukunft übernehmen wollen, müssen wir der Realität ins Auge sehen, statt sie einfach zu verdrängen.

 

Haben wir daher einen Generationskonflikt?

Nicht nur die Aussage von Frau Kramp-Karrenbauer (CDU) über das soziale Pflichtjahr für Jugendliche, sondern auch der Umgang mit den Umwelt- und Klimaschutz Themen in der (Regierungs-)Politik, zeigen mir noch ein anderes Problem. Für mich sieht es immer mehr nach einem Generationskonflikt aus. Steuert die Politik aktuell darauf zu?
JAMILA SCHÄFER: Klar, es gibt schon das Problem, dass einige Politikerinnen und Politiker, die heute entscheiden, zu wenig an das Morgen denken – die Welt, in der wir jungen Leute später mal leben werden. Aber die Chance, ein gutes Leben zu führen, hängt stark davon ab, wie vermögend die eigene Familie ist oder das Land, in das man hineingeboren wird. Hinzu kommt: die Vermögenskonzentration steigt immer weiter an. Inwieweit man sich von Umweltzerstörung, kriegerischen Konflikten, Ressourcenknappheit abschirmen kann, hängt in unserer Welt mehr vom Geldbeutel als vom Alter ab.
Deshalb würde ich sagen, dass die gesellschaftlichen Konflikte weniger zwischen jung und alt verlaufen, als zwischen arm und reich. Deshalb müssen wir unser Wirtschaften, den Welthandel, die Arbeitsbedingungen so verändern, dass wir diese schreienden Ungerechtigkeiten und unerträglichen Lebensbedingungen, unter denen viele Menschen leiden, endlich überwinden können.

 

Wie läuft das eigentlich intern bei den Grünen?

Als ehemalige Bundessprecherin der GRÜNEN JUGEND und jetzige stellvertretende Vorsitzende der GRÜNEN, hat dein Wort natürlich auch Gewicht. Gibt es auch manchmal Meinungsverschiedenheiten zwischen den anderen Vorsitzenden der Grünen Frau Baerbock oder Herrn Habeck gerade bei diesen wichtigen Zukunftsthemen?
JAMILA SCHÄFER: Klar habe ich manchmal eine andere Perspektive oder Vorstellung. Und natürlich gibt es in jedem Vorstand auch mal Meinungsverschiedenheiten. Aber das Gute an der Grünen Partei ist, dass es zum Grundkonsens gehört, eine zukunftsweisende und nachhaltige Politik zu machen. Man streitet sich also in der Regel eher über das Wie und nicht das Was. Und da ist es oft auch sehr interessant, mit Leuten ausführlich zu diskutieren, mit denen du das Ziel teilst, die aber eine andere Vorstellung oder Idee haben, wie das zu erreichen ist. Manchmal kommen genau durch solche verschiedenen Ideen auch neue Lösungen auf den Tisch, über die man ohne eine Meinungsverschiedenheit nie nachgedacht hätte. Anders als bei vielen anderen Parteien gehören intensive inhaltliche Debatten bei uns zum Alltag dazu.

JAMILA SCHÄFER, stellvertretende Bundesvorsitzende der GRÜNEN Foto: Erik Marquardt

 

Livia Josephine

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