Kommentar: Der Bundestagswahlkrampf – Was mir an diesem Wahlkampf nicht gefällt!

Was mir an diesem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 nicht gefällt, ist grundsätzlich leicht zu beschreiben. Ich finde das Niveau in diesem Wahlkampf ist ziemlich niedrig. Denn es geht eigentlich nur um den Gegner bloßzustellen. Die Fehler des anderen aufzudecken um sich selbst als perfekten Politiker darzustellen. Man darf nicht vergessen, dass auch Politiker eine Verantwortung ihrer Vorbildfunktion haben. Und vorbildlich ist das für mich nicht.

Ich finde es komisch, dass ausgerechnet kurz nach dem feststand, dass Annalena Baerbock Kanzlerkandidatin der Grünen wird, plötzlich festgestellt wird, dass es in ihrem Buch keine Quellenverzeichnisse gibt oder an ihrem Lebenslauf ein paar Stellen zu undeutlich beschrieben wurden. Mich wunderts, dass man nicht noch nach Rechtschreibfehlern in ihrem Buch gesucht hat. Na ja, vielleicht hat man das ja.

Wie verzweifelt muss man als Politiker oder Partei sein, um mit diesen Mitteln kämpfen zu müssen. Wie schön wäre es für den politischen Gegner gewesen, wenn es nicht um ein Buch, sondern um einen Plagiatsfall eines Doktortitels bei Frau Baerbock gegangen wäre. Das wäre doch ein schöner Skandal geworden. Wo sind die Doktortitel, wenn man sie braucht?  

Apropos aberkannte Doktortitel. Ich möchte nur mal erinnern, 2021 verlor die ehemalige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey von der SPD ihren Doktortitel oder 2019 der Bundestagsabgeordnete Frank Steffel von der CDU wegen bewiesenen Plagiatsvorwürfen.

Plagiatsverdachtsfälle bei Diplom- oder Doktorarbeiten gab es auch schon öfters bei Politiker. Aktuell bei Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramtes, von der CDU oder 2015 stand auch schon Ursula Gertrud von der Leyen unter Verdacht. Die Liste könnte man beliebig weiterführen. Lustigerweise find ich in dieser Liste nur Politiker der Union, SPD oder FDP. Hmm!

Wer im Glashaus sitzt sollte lieber nicht mit Steinen werfen.

Welcher Bundesminister hat eigentlich 560 Millionen Euro in den Sand gesetzt? Ach ja, Herr Scheurer unser Bundesverkehrsminister von der CSU. Da war doch was mit einer Autobahnmaut, die eigentlich gar nicht zulässig war.

Oder im sogenannten Maskenskandal unseres Gesundheitsministers Jörg Spahn von der CDU geht es sogar um Milliarden. Sein Ministerium hat unzählige unbrauchbare Masken gekauft und wollte sie anschließend sogar noch an Behinderte und Obdachlose, generös verteilen.

Es geht aber noch weiter. Apropos Masken. Es gab auch Politiker, die sich an deren Verkauf sogar persönlich bereichert haben. Das war die sogenannte Maskenaffäre.

Einige Politiker der CDU/CSU sind daraufhin aus der Partei, mehr oder weniger freiwillig ausgetreten. Wie Georg Nüßlein, Nikolas Löbel oder Mark Hauptmann. Aber es gibt noch mehr Politiker aus der CDU, die ihre Finger im Spiel hatten. Sogar der Kanzlerkandidat der CDU Armin Laschet.

Im April 2020 kaufte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen mit Armin Laschet als Ministerpräsident, durch Vermittlung seines Sohnes Johannes Laschet, der für Van Laack als Influencer arbeitet, Masken und Schutzausrüstung im Wert von über 38,5 Millionen Euro, eben bei diesem Textilunternehmen Van Laack. Als das aufkam wurde der Auftrag wieder von der Landesregierung storniert. Jetzt wird Schadensersatz gefordert. Könnte auch wieder teuer werden.

Mehr Glashaus geht meiner Meinung nach nicht. Und trotzdem schürt die CDU-Ängste und zeigt wahre Horrorszenarien, wenn die Grünen die Bundestagswahl gewinnen würden.

Wenn man einen Wahlkampf durch Deformierung des politischen Gegners betreiben will aber selbst schon so viele Skandale hinter sich hat, läuft Gefahr seine Seriosität zu verlieren. Das finde ich sieht man bei der AfD am besten und schon deswegen sollte die Seriosität baldmöglichst wieder in den Bundestagswahlkampf einziehen.  

Gleichzeitig versucht Herr Laschet niemanden auf die Füße zu treten. Frei nach dem Motto: Ja niemand verärgern. Also, Klimaschutz auf alle Fälle aber bitte ohne Veränderung. Häh? Und wie soll das gehen? Mayday, Mayday – Erde an Commander Laschet. Wir bitten um Erleuchtung.

Blöderweise stehen wir aber am Rande einer verheerenden Klimaveränderung. Ich finde wir brauchen ehrliche und realistische Ansagen. Das ist man der Bevölkerung, besonders der Jugend schuldig. Und das ist finde ich, ist auch die Aufgabe der Politik. Denn Politik besteht für mich vor allem, das Beste für sein Land zu machen und nicht für die Karriere eines Politikers.

Nach dem sehr schweren Hochwasser und den vielen Verletzten und tödlich Verunglückten Menschen bei uns in Deutschland, präsentierten sich auch wieder die wichtigen Politiker vor Ort. Und die Presse macht immer schöne Fotos. Was für mich grundsätzlich ok ist. Aber wenn mit dem Leid der vielen Menschen nur Wahlkampf gemacht wird, dann ist das für mich nur noch ein unwürdiger Wahlkrampf.  Und da meine ich nicht nur den Lachflash von Armin Laschet im Hochwassergebiet der Stadt Erftstadt.

Ich will da aber gar nicht mehr groß darauf rumreiten. Das wurde ja schon genug ausgeschlachtet. Auch nicht, dass aktuell Armin Laschet mit seinem Buch „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“ Plagiatsvorwürfen gegenübersteht. Mal schauen wer das jetzt alles versucht, das zu seinen Gunsten auszuschlachten.

Letztlich bleibt dabei nur ein Fakt. Keiner ist unfehlbar!

Jeder macht mal Fehler. Daher wäre es echt wünschenswert, wenn man in einem Wahlkampf nicht immer auf den Fehlern anderer rumreitet, sondern mit seinen eigenen Stärken und Ideen versucht die Wähler von sich und seiner Politik zu überzeugen. Dann hätten wir keinen Wahlkrampf, so wie jetzt. Ich finde ein Wahlkampf soll doch von der eigenen Politik überzeugen und nicht nur mit dem Finger auf andere zeigen. Das kann doch nicht so schwer sein!

Ein Kommentar von Livia Kerp

Livia Josephine

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