Skandal um Rosi – Livia trifft Sänger Günther Sigl von der Spider Murphy Gang

Als ich auf die Idee kam die ganzen Plätze in dem Song „Sommer in der Stadt“ von der Spider Murphy Gang abzugehen ist mir aufgefallen, dass ich gerne mal mit der Band darüber reden will. Denn nicht nur dieser Song, sondern auch ihr größter Hit „Skandal im Sperrbezirk“ kennt in München ja eigentlich jeder. Die Spiders gehören einfach zu München wie der Englische Garten,sie sind eine Institution. Und mit „Skandal im Sperrbezirk“ haben sie eine unsterbliche Münchner Musikgeschichte geschrieben.

Jetzt habe ich tatsächlich die Möglichkeit bekommen, den Sänger und Songschreiber der Band, Günther Sigl kurz vor dem Konzert im bekannten „Wirtshaus im Schlachthof“ zu treffen und mit ihm über seine Songs „Sommer in der Stadt“ und „Skandal im Sperrbezirk“ zu reden aber auch über die nächsten Konzerte, Mode und über das, was die Spiders schon immer wollten – nämlich, dass die Menschen die ihre Musik hören Spaß haben, tanzen und einfach gute Unterhaltung haben.

Gestern war ja das erste Konzert hier im Schlachthof, wie hat es euch denn gefallen?
Günther Sigl: Ja es war sehr gut. Wir haben schon mal was ausprobiert für unser Jubiläumskonzert am 28.10.17 in der Olympiahalle. Es war gestern Claudia Koreck da und wir haben so, einige Stücke mit ihr live auf der Bühne spielen können und dazu haben wir auch extra die Band erweitert mit Bläsern und Percussionisten. Das Jubiläumskonzert wird schon etwas Besonderes für uns als Band und ich freue mich schon sehr, weil auch viele Gastmusiker dabei sind und daher bin ich auch schon etwas aufgeregt. Als Gäste sind einige bekannte Künstler dabei wie z.B. Claudia Koreck, Peter Schilling (Major Tom), Stefan Zauner (Ohne Dich), die Band Brings und einige mehr.

 

Als erstes würde ich gerne über euren Song „Sommer in der Stadt“ reden. Ich bin nämlich kürzlich alle Stationen in dem Song abgegangen und habe auch darüber in meinem Blog –LINK– geschrieben. Jetzt würde ich gerne erst einmal wissen, wer den Song geschrieben hat und ob die ganzen Plätze in dem Song damals auch ihre Lieblingsplätze in München waren?
Günther Sigl: Den Song habe ich geschrieben also wie eigentlich fast alle Songs von uns. Ich würde sagen 99% der Songs (dabei lachte Günther Sigl auch sehr herzlich als er das sagte). Damals war Schwabing also vom Nordfriedhof bis zum Englischen Garten unser Revier und da war auch unser Übungsraum. An der Isar, Englischer Garten und am Monopteros waren zur damaligen Zeit immer die Hippies unterwegs und die Waldwirtschaft war auch sehr beliebt. Und der Stachus sowie den Marienplatz kennt man halt auf der ganzen Welt auch mit den vielen Touristen, deshalb hab ich diese Plätze auch so beschrieben. Ich schreibe eigentlich ganz selten frei erfundene Texte, ich schreibe meistens lieber persönliche Texte, also von eigenen Erlebnissen besonders in München. Denn München war für mich immer eine Inspiration.

Als ich die Plätze von „Sommer in der Stadt“ abgegangen bin, ist mir aufgefallen, dass es das Café Rialto leider nicht mehr gibt aber alle anderen Plätze wie die Leopoldstraße oder das Monopteros ist immer noch typisch München. Wenn ihr den Song heute schreiben würdet, welche Unterschiede gäbe es textlich dabei. Also, wäre der Stachus immer noch dabei oder hätte die Allianz-Arena eine Chance in dem Song dabei zu sein?
Günther Sigl: Das ist eine gute Frage. (Jetzt hat Günther Sigl versucht einen Reim mit Bayern und der Allianz Arena zu singen…..was echt lustig war). Letzten Endes hat alles seine Zeit und so mit auch seine Berechtigung, egal wie alt der Song ist. Leben ist immer Veränderung, das sieht man leider auch an Schwabing, das sich auch sehr verändert hat.

Der Song „Sommer in der Stadt“ gilt auch bei uns Jugendliche als heimliche Hymne Münchens. Könnt ihr euch auch vorstellen, den Song neu aufzunehmen vielleicht auch mit Gastmusikern vielleicht sogar mit Rappern aus München?
Günther Sigl: Grundsätzlich kann ich mir das schon vorstellen. Rapper brauchen halt viel Text für ihre Songs. Es gibt durchaus auch Songs von uns mit viel Text. Besonders bei Songs, die eine Geschichte erzählen. Ich denke da zum Beispiel an „Rock´n Roll Rendezvous“ oder „Mit´n Frosch im Hois“, diese zwei Songs wären durchaus für einen Rap denkbar. Andererseits haben wir auch Songs gemacht, wo nur die Message zählt. Also wie bei „Wo bist du“, da haben wir die Message auf den Punkt gebracht. Für den Text habe ich nur ein paar Heiratsanzeigen aus der Zeitung verwendet.

Der bekannteste Song von euch ist aber der „Skandal im Sperrbezirk“. Und dazu habe ich auch heute extra mein neues T-Shirt „Skandal um Rosi“ angezogen. Es ist vom Münchner Modelabel → „Bavarian Couture“, sie verwenden für ihre Mode nur typische bayrische Sätze und Skandal um Rosi gehört nun mal zu Bayern und zu München. Wie gefällt es ihnen denn?
Günther Sigl: Es ist wirklich sehr schön, besonders die Rose beim Namen Rosi ist richtig schön designt.

Gerade wir Jugendliche kennen den Song „Skandal im Sperrbezirk“ natürlich von der Spotify-App. Da ist der Song in fast jeder Party oder Wiesn-Playlist. Ist man da nicht stolz, wenn jeder den „Skandal um Rosi“ kennt egal in welchem Alter?
Günther Sigl: Klar ist man glücklich, wenn man etwas geschaffen hat, was Bestand hat. Das haben wir damals auch nicht gedacht, dass wir nach 40 Jahren immer noch auf der Bühne stehen. Ich glaube das hat auch was damit zu tun, dass sich die Menschen in Bayern mit bayrischen Texten besser identifizieren können.

War Skandal um Rosi eigentlich als Party-Song geplant oder eher nicht, denn der Text ist für mich ja eher kein typischer Party-Song Text, oder?
Günther Sigl: Das stimmt, es ist eigentlich ein gesellschaftskritischer Text über die Doppelmoral, was ich öfter als Thema aufgegriffen habe wie zum Beispiel auch in den Songs „Schickeria“ oder „Ich schau dich an“. Damals 1982 wurde der „Skandal um Rosi“ plötzlich der Faschingshit und bis heute ist er eben einer der deutschen Partyhits. Das passt scho. Ich denke das liegt auch daran wie wir den Text geschrieben und gemacht haben, also ohne den Zeigefinger. Denn wir wollten immer, dass die Menschen zu unserer Musik Spaß haben, tanzen und einfach gute Unterhaltung haben.

Livia Josephine

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