Erfolg ist kein Glück – Mein Gespräch mit TSV 1860 Kapitän Felix Weber

Mein Interview mit Felix Weber

Der TSV 1860 München ist auf Platz 20 der mitgliederstärksten Vereine in ganz Deutschland. Im Prinzip war jedes Heimspiel in der 4.Liga mit 12.500 Zuschauern ausverkauft und die Stimmung während eines Spiels ist immer außergewöhnlich intensiv.

Für mich ist das sensationell und deswegen wollte ich mehr vom Kapitän der Mannschaft, Felix Weber über den Verein und der Mannschaft erfahren. So weiß ich jetzt wie wichtig das Stadion für die Mannschaft ist und welchen Song die Jungs vor dem Spiel in der Kabine hören.

Und das finde ich besonders interessant, denn es ist tatsächlich ein deutscher Rapper, der die Mannschaft vor dem Spiel nochmal pusht. Rapper Kontra K mit seinem Song „Erfolg ist kein Glück“ und wenn man den Text hört, versteht man auch warum.

 

Aber meine erste Frage an Kapitän Felix Weber war, was den Verein TSV 1860 für so viele Menschen so besonders macht?
Felix Weber: Zu einem ist es die Tradition des Vereins. Der TSV 1860 war 1963 eines der Gründungsmitglieder der Bundesliga und wurde 1966 auch Deutscher Meister. Zum anderen können sich viele Münchner mit dem Verein identifizieren, da er als Arbeiterverein gilt, denn der Stadtteil Giesing wurde schon immer als Arbeiterviertel bezeichnet. Auch deshalb gibt es in München viele Fans die sich damit identifizieren können und dem Verein treu sind und bleiben, egal ob der der Verein gerade erfolgreich ist oder eben nicht. Das denke ich macht den Verein so besonders.

Wie wichtig ist das Grünwalder Stadion für den jetzigen sportlichen Erfolg?
Felix Weber: Das Grünwalder Stadion wird von den Fans des TSV 1860 als Heimat angesehen, weil es auch in Giesing ist. Der TSV 1860 ist eben ein Giesinger Verein und das Stadion erzählt für viele Fans unvergessliche Geschichten. Die Allianz Arena war von den Fans nicht immer anerkannt und seit dem Umzug in das Grünwalder Stadion sind die Fans wieder glücklicher und das merken wir natürlich auch auf dem Platz. Somit ist die Stimmung immer grandios und deshalb ist das Stadion auch für uns als Mannschaft sehr wichtig.

Ich habe vor kurzem Claudio Pizarro unter anderem folgende Frage stellen können und die würde ich dir jetzt auch gerne stellen. Wie politisch darf ein Fußballer heute sein? Leider hört man immer wieder in Stadien im In- und Ausland „rassistische Parolen“. Sollte man da als Fußballer nicht gleich reagieren und hattest du schon mal so eine Situation?
Felix Weber: Ich persönlich habe das noch nicht erlebt. Ich finde aber, dass man sofort einschreiten sollte, wenn man als Spieler so etwas auf dem Platz mitbekommt. Rassismus geht nicht und deshalb bin ich der Meinung, dass man hier als Spieler auch politisch aktiv sein kann.

Wie ist es bei dir, wenn du mal von einem Gegenspieler richtig hart gefoult wirst. Wie reagierst du dann, kann es dann nach dem Spiel auch mal Stress geben?
Felix Weber: Normalerweise gibt man sich nach dem Spiel die Hand und versucht im Guten auseinander zu gehen. Natürlich kommt es nach einem Foul vor, dass man mit einem bösen Spruch antwortet aber das ist eben Sport und es gehört auch dazu.

Wie läuft das eigentlich vor einem Spiel. Gibt es einen Song oder ein Ritual als Motivation vor dem Spiel in der Mannschaftskabine?
Felix Weber: Wir kommen immer ca. 1 ½ Stunden vor Spielbeginn ins Stadion. Dann bereitet sich jeder Spieler individuell auf das Spiel vor. Direkt vor dem Spiel bilden wir dann einen Kreis und da hat unser Trainer Daniel Bierofka die letzten Worte. Bevor wir vor dem Spiel aber zum Aufwärmen ins Stadtion gehen, haben wir seit diesem Jahr tatsächlich ein Ritual. Wir hören uns den Song „Erfolg ist kein Glück“ von Kontra K an. Dieser Song pusht uns, weil es auch stimmt was er rappt.

„Erfolg ist kein Glück“

Der Rapper Kontra K ist in der Jugendszene natürlich kein Unbekannter. Diesen Song habe ich mir noch nie aus der Sicht eines Fußballspielers angehört. Aber wenn man den Text des Songs hört, wundert mich das nicht, dass er sehr motivierend sein kann. Besonders im Stadion vor dem Spiel könnte ich mir das sehr gut vorstellen, die Stimmung bei den Fans und Mannschaft noch einmal positiv anzuheizen.

Hier ein Auszug der ersten Strophe des Textes „Erfolg ist kein Glück“:
Da wo sie scheitern, musst du angreifen
In einen höheren Gang schalten
Und auch wenn der Rest dann aufgibt, heißt es festbeißen
Dran bleiben, anspannen und standhalten
Glück nicht verwechseln mit Können
Aber dein Können niemals anzweifeln
Nie genug, aber auch nie zu große Ziele
Mach die Luft in deiner Lunge zu Benzin für die Maschine
Den Neid von so vielen zu Öl für das Getriebe
Neuer Tag, neues Glück, neue Regeln, neue Spieler
Hochfliegen heißt fallen in die Tiefe
Doch ohne große Opfer gibt es großen keine Siege….

Video: Kontra K – Erfolg ist kein Glück

Livia Josephine

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