Vorbilder in der digitalen Welt für Jugendliche und wie sehen sich Stars in ihrer Rolle als Vorbild

Ich glaube in der jetzigen digitalen Welt wird das Thema „Vorbild“ total unterschätzt, denn Vorbilder werden immer wichtiger und bekommen auch immer mehr Einfluss durch die digitale Präsenz. Besonders viele Jugendliche sehen auf ihre Vorbilder auf und versuchen ihnen nachzueifern und das gilt für mich genauso wie für viele andere.

Deshalb habe ich Skisprung Olympiasieger Andreas Wellinger, Schauspielerin Birte Hanusrichter und Musiker Moses Pelham gefragt, wie sie ihre Rolle als Vorbild sehen und interpretieren, weil ich persönlich ihre Leistungen und Erfolge sowie ihre Persönlichkeit sehr hoch einschätze.

Was kann ein Mensch zu einem Vorbild machen?

Gerade erfolgreiche Sportler haben sehr viele Fans und sind somit auch Vorbilder. Ich glaube das sieht man bei Olympiasieger Andreas Wellinger ganz gut, indem er durch tägliches Training und totaler Motivation alles macht um gegen die weltbesten Skispringer zu gewinnen und dabei immer fair bleibt, wenn es auch mal nicht so läuft. Aber auch Musiker oder Schauspieler sind Vorbilder für sehr viele Jugendliche.
Der Musiker und Produzent Moses Pelham, den man ja aus „Sing mein Song“ kennt, gehörte mit seiner Formation Rödelheim Hartreim Projekt zu den Gründern des deutschen HipHop und hat Künstler wie Xavier Naidoo produziert.
Ich hatte mein erstes Vorbild mit 7 Jahren als ich begann Kindertheater zu spielen, denn hier waren damals meine Schauspiellehrer Vorbilder. Das waren Sebastian Gerold und Birte Hanusrichter und Birte kennt man jetzt auch in ganz Deutschland durch ihre RTL-Erfolgsserie „Jenny – echt gerecht!

Vorbilder und negative Einflüsse in der digitalen Welt

Den negativen Einfluss haben wir spätestens seit dem Echo-Skandal um Kollegah und Farid Bang gesehen. Plötzlich ist Antisemitismus wieder ein Thema und das sogar leider auch an Schulen. Es gibt eben Jugendliche die diese Texte und die Aussagen ihrer Vorbilder auch mit in ihren Alltag nehmen. Gerade Musik ist in der digitalen Welt allgegenwärtig. Durch Apps wie Spotify oder anderen Internet-Plattformen gibt es praktisch keine Begrenzung an Musikauswahl.
In der gleichen Rolle kann man so auch Heidi Klum sehen aufgrund ihrer Sendung „Germany next Topmodel“ oder auch bei den Instagramaccounts der verschiedenen Models. Denn hier werden gleich zwei Klischees bedient. Nämlich nur mager ist schön und Mädchen sind nur Zicken. Auch hier finde ich strahlt Heidi Klum als Vorbild für viele Mädchen ein falsches Signal aus. Hier sehe ich direkten Einfluss auf Jugendliche, was ich in der Schule auch des öfteren mitbekomme. Denn wenn es Mädchen gibt, die sich dann von Babybrei ernähren, nur weil sie aussehen möchten wie ein Model, dann ist das für mich negativer Einfluss.
Das Positive ist aber, dass es immer mehr Curvy-Models gibt die auf ihren Instagram Seiten ein neues Selbstbewusstsein dazu zeigen. Ich möchte an dieser Stelle noch sagen, dass ich Fan von Pia Riegel bin, die den 3ten Platz von GNTM gemacht hat obwohl sie als Curvy-Model gilt. Sie hat meiner Meinung nach eine mega Personality und außerdem ging sie auf die selbe Schule wie ich.

An diesen Beispielen sieht man auch, dass „Vorbilder“ sich ihrer Rolle bewusst sein sollten. Denn je größer ihre Rolle als Vorbild ist, desto mehr Einfluss hat das nicht auf den einzelnen Jugendlichen sondern auch auf unsere Gesellschaft.
Genau das hat man auch vor Kurzem bei Fußballnationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan erlebt. Denn mit einem Mausklick kann ein Foto in unserer vernetzten Welt innerhalb kürzester Zeit die ganze Welt erreichen.

Wie sehen sich erfolgreiche Sportler und Künstler in ihrer Rolle als „Vorbilder“ und wie gehen sie damit um, für so viele Menschen ein Vorbild zu sein?

 

Bildquelle www. fis-ski.com

Für Andreas Wellinger ist es in den letzten Wochen sehr verdeutlicht worden, wie schwierig es ist diese Rolle richtig zu erfüllen aber trotzdem ist es ein schönes Gefühl ein Vorbild für die Jugendlichen zu sein. Ich bin wie ich bin, versuche authentisch, freundlich und ehrlich zu sein, so Andreas Wellinger. Auf die Frage welche Vorbilder Andreas Wellinger selber hatte, gab es auch eine sehr interessante Antwort. „In der Kindheit waren meine Vorbilder Martin Schmitt und Sven Hannawald. Später dann Severin Freund. In der sportlichen Entwicklung sind Vorbilder sehr wichtig. Jetzt ist Severin nicht direkt ein Vorbild für mich persönlich, wir trainieren oft zusammen und wir versuchen davon beide zu profitieren.

 

Bei Moses Pelham sieht es etwas anders aus. Für ihn sind Handlungen wichtiger als einzelne Menschen als Vorbilder. Er meinte dazu. „Ich glaube, dass wir überall etwas lernen können, wenn wir richtig hinschauen. Ich persönlich habe mir eher an einzelnen Handlungen, Stücken und Begebenheiten ein Beispiel genommen und daraus Inspiration geschöpft als mir einen einzelnen Menschen zum Vorbild zu nehmen. Ich bin einfach damit beschäftigt, mein Leben zu leben und
herauszufinden, was ich, warum für richtig halte und wie ich dem gerecht werden kann. Natürlich sind wir letztlich alle Vorbilder und die Welt verändert sich durch unsere Handlungen und nicht unsere Meinungen.

 

Foto (c) Tom Wagner

Die Schauspielerin Birte Hanusrichter kenne ich nun ja schon sehr lange und ihre Meinung zum Thema Vorbild gefällt mir auch sehr gut. So Birte Hanusrichter, mein Vorbild als Schauspielerin war immer meine Schauspiellehrerin und Mentorin Jacqueline McClintock. Sie hat mich in der Meisner Technik unterrichtet, aber hat mir vor allem beigebracht offen zu sein, auch andere Techniken zu erlernen und zu allen guten Lehrern zu gehen, die ich finden kann. Diese Offenheit, Neugierde und Unvoreingenommenheit versuche ich in meiner Arbeit und gegenüber anderen Menschen umzusetzen. Als Schauspielerin und Musikerin bekomme ich eine Stimme und die Möglichkeit viele Menschen zu erreichen. Ich finde es wichtig diese auch zu nutzen und ganz klar Stellung zu beziehen. Ich trete für Gleichberechtigung ein, für Toleranz und Respekt. Außerdem setze ich ich mich für die Umwelt ein, bin selbst Vegetarierin und versuche Müll zu vermeiden, wo ich kann.

 

Letztlich sucht sich natürlich jeder sein eigenes Vorbild aus auch mit der Hoffnung, dass es einen selber weiterbringt. Was auch gut so ist. Zumindest war das bei mir bis jetzt so. Aber ich denke manchmal sollte man das Thema ansprechen, einfach auch um zu zeigen, dass das Thema „Vorbild“ in unserer digitalen Welt einen höheren Stellenwert hat als man denkt.

Livia Josephine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Hinweis: Bei Kommentar-Abgabe werden angegebene Daten sowie IP-Adresse gespeichert und ein Cookie gesetzt (öffentlich einsehbar sind - so angegeben - nur Name, Website und Kommentar). Alle Datenschutz-Informationen dieser Website gibt es hier zu sehen.